Geschenke zum Richtfest

Endlich steht das Dachgerüst bei den Nachbarn, man hat die Einladung zum Richtfest in der Hand und ist jetzt ganz unsicher – bringt man als Gast eigentlich Geschenke oder Mitbringsel zum Richtfest mit? Um das Richtfest eines Hauses ranken sich verschiedene Bräuche, die entweder den Übergang zu etwas neuem markieren sollen oder als Sympathiebräuche Schaden vom Haus und seinen Bewohnern abwenden und Glück anziehen sollen.

So trägt traditionell der Altgeselle eine gereimte Rede vor, den Zimmermansspruch. Früher war es üblich, dass der Hausherr zum Richtfest Geschenke verteilte. Neben Essen und Umtrunk bekamen die Handwerker der beteiligten Gewerke z. B. jeder einen seidenen Schal oder ein Handgeld. Denn wenn ein neugebautes Haus seinen Dachstuhl erhalten hat, wird gefeiert: Das Dach wird mit dem Richtkranz geschmückt und Richtfest gefeiert, ganz zünftig mittags zur Essenszeit.

Neu ist, dass man heute als Gast bei der Einladung zum Richtfest dem Hausherrn oder der Hausherrin nicht nur Glückwünsche zum Richtfest ausspricht, sondern auch kleine Mitbringsel überreicht. Als Geschenk zum Richtfest eignet sich natürlich eine geistreiche Gabe: Ein edler Whisky, ein feiner Marillenbrand, eine gute Flasche Wein – für Rotweinfans z. B. ein schöner 1997er Barbaresco – sind meist ebenso gern gesehen wie ein süffiger Likör für die Dame des Hauses. Krimifans kann man mit dem passenden Buch Endlich Richtfest: Ein Remstal-Krimi überraschen.

Haben die frischgebackenen Hausbesitzer einen Garten, freuen sie sich sicher über eine Kiste voller Blumenzwiebeln, kleine Gartengeräte oder einen Baumsetzling. Brot und Salz wird den neuen Nachbarn eigentlich erst zum Einzug überreicht als Zeichen des Willkommens, aber mittlerweile hat sich eingebürgert, beides auch schon zum Richtfest als Geschenk zu reichen.

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