In der Adventszeit treffen sich viele Sportgruppen, Vereine, Arbeitskollegen oder andere Kreise traditionell zu einer kleinen stimmungsvollen Feier bei Kerzenschein. Nicht nur im Schwabenland gibt es eine vorweihnachtliche Geschenktradition, die sich mittlerweile weit verbreitet hat und für einen besonderen Höhepunkt auf diesen Adventsfeiern sorgt: Das Wichteln. Wichteln kennt man in Österreich auch als Engerl-Bengerl, im hohen Norden, sprich Skandinavien, dagegen als Julklapp, das der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860) in seinen „Erinnerungen aus Schweden“ 1818 folgendermaßen beschreibt:
„Man wirft und stößt das Geschenk geschwind durch die Thüre und macht sich dann auf den schnellsten Füßen davon. Von solchem Anklopfen und Klappen gegen die Thüre heißt das Geschenk Julklapp. Die Leute strengen sich außerordentlich an, einander in Scherzen und witzigen und närrischen Einfallen und Späßen es zuvorzuthun und sich überzubieten, und zwar auch darin, daß sie das Herausfinden der Julklappe nach Möglichkeit erschweren, die oft so närrisch verpackt und so wunderlich versteckt sind, daß man an manchen eine halbe Stunde lösen, aufschneiden, aufwickeln und suchen und das Durchsuchte und Weggeworfene wieder durchsuchen kann, ehe man zum Kern kömmt.“
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Hinter dem Wichteln steckt auch heute noch die Grundidee, dass jeder mit einem kleinen Geschenk bedacht wird. Einige Zeit vorher wird ausgelost, wer für wen ganz individuell etwas aussuchen darf. Ob dann bei der Feier das Geschenk persönlich überreicht wird oder zuvor alle Päckle mit dem Adressaten beschriftet in einem großen Sack gesammelt und dann anonym überreicht werden, bleibt natürlich jeder Gruppe selbst überlassen. Um niemanden finanziell zu überfordern und für ein wenig Gerechtigkeit zu sorgen, wird dabei meist ein Kostenrahmen vereinbart, in dem sich das Wichtelgeschenk bewegen soll. Die Auswahl ist dann der Fantasie des Schenkenden überlassen.
„Julklappe (Julklappar) heißen die Geschenke und Scherze, die man einander zuschickt. Wunderbar und unerwartet muß der Julklapp kommen, und sein Sender und Überbringer muß unbekannt seyn und plötzlich und blitzig erscheinen und verschwinden wie ein Gott.
Der Adressat seines Präsentes ist ihm ja bekannt, so dass der oder die Schenkede ganz individuell eine kleine Leckerei, ein hübsches Modeaccessoire oder ein praktisches Zubehör für Büro oder Küche heraussuchen kann. Das Auspacken im großen Kreis sorgt für viel vergnügliche Unterhaltung.
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