Papiertheater und Papierkrippen sind keine neue Erfindung. Schon etwa 200 Jahre lang nutzt man Papier, um im Kleinen die Traumwelt der Theaterbühnen ins eigene Heim zu holen. Im 19. Jahrhundert, im Biedermeier, war man einfach theaterverrückt. Und man spielte zu Hause Theater. Das war nicht nur Kinderbelustigung, sondern auch die Erwachsenen liebten es, sich mit dem Theater zu beschäftigen – kein Wunder, schließlich waren Fernseher, Radio und Computer noch Zukunftsmusik.
Die ersten Papiertheater wurden in England gefertigt, aber schon bald stellte man die fragilen Kulissen auch in Deutschland her, als so genannte Theaterbogen zum Ausschneiden und selberbasteln. In gewisser Weise waren sie eine belebte Form der Guckkastendioramen. Thema der Papiertheater waren die Opern- und Theaterbestseller der Zeit, so etwa Der Freischütz, Die Räuber, Wilhelm Tell oder Wallenstein. In den vergangenen Jahren sind die nostalgischen Papiertheater wieder in den Blickpunkt einer breiteren Öffentlichkeit gerückt:
Es gibt etliche Papiertheaterfestivals, Museen graben im Archiv nach ihren papiernen Schätzen und die alten Theaterbögen werden wieder nachgedruckt, neue entwickelt. Und es gibt wieder Puppenspieler, die diese zauberhaften Kulissen für ihre Auftritte verwenden. Wer Kindern eine Freude machen will, besucht mit ihnen eine Papiertheater-Aufführung oder bucht sie gleich für den nächsten Kindergeburtstag. Als Weihnachtsgeschenk, am besten kombiniert mit dem Besuch einer Aufführung, eignen sich Papiertheater hervorragend gerade auch für kleinere Kinder. Aber auch Erwachsene erfreuen sich an den phantasieanregenden historischen Kulissen.
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